Wer soll das bloß lesen?

Jeder Autor beschäftigt sich mit den potentiellen Lesern seines Buches. Ganz klar. 2 Dinge sollte man dabei im Hinterkopf haben. Wie ist der Markt? Wer ist meine Zielgruppe?

Wie ist der Markt?

Ich liebe Statistiken. Ich hab so ziemlich jede einzelne gelesen/angeschaut, die es zum Thema Bücher oder Lesen gibt. Ehrlich! Und was ist mir aufgefallen?

  • Es lesen generell mehr Frauen als Männer. 45% der Frauen aber nur 30% der Männer lesen mehrmals pro Woche ein Buch.
  • Bücher haben eine starke Bedeutung. Vor allem für Jugendliche. Etwa 45% der befragten Jugendlichen gaben an, Bücher seien für sie wie Freunde.

Soll ich jetzt etwa ein Buch für weibliche Jugendliche schreiben?

Wäre doch ein naheliegender Schluss, nicht wahr? Nö, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Klar könnte man jetzt ein Buch für eben diese Zielgruppe schreiben und sich denken, damit hätte man dann schon Erfolgsaussichten.

Aber zum einen sind Jugendliche nicht in der finanziellen Situation, sich einfach jede Menge Bücher zu kaufen. Und zum anderen bringt es nichts, wenn man sich nun zwingt ein bestimmtes Buch zu schreiben. Ein solch erzwungenes Buch wird garantiert schlecht und reißt niemanden mit.

Also doch das Buch, das ich ohnehin schreiben will?

Ja. Immer. Wenn es ein Buch gibt, das man schreiben möchte, dann sollte man genau das tun! Schreiben ist Arbeit und nur wenn man hinter seinem Werk auch steht, nimmt man diese Arbeit auf sich. Und nur dann kann auch ein wirklich lesenswertes Buch entstehen.

Wozu dann das Ganze?

Ich finde, man sollte sich einmal ganz genau ansehen, wie das eigene Buch und seine Zielgruppe im Vergleich zum Markt steht. Undzwar einfach nur, um zu sehen, wie groß die Zielgruppe ist.

Die eigene Zielgruppe

Die eigene Zielgruppe sollte man ohnehin kennen. Wenn ich sie kenne, kann ich auch entsprechende Werbung machen. Es bringt ja schließlich niemandem was, wenn ich eine super romantische Komödie für Frauen schreibe und dann Werbung in Heimwekermagazinen mache ;-). Eine gewisse Überschneidung wird vielleicht da sein, aber auf einem Literaturblog ist die Werbung für dieses Buch sicher besser aufgehoben.

Vergleich

Wenn ich meine eigene Zielgruppe dann mit dem Markt vergleiche, kann ich sehen, ob ich potentiell viele Leser habe oder eher wenige. Wenn es ohnehin nur wenige Leser gibt, muss ich bestimmt einiges mehr Werbung machen, um eben diese Leser zu erreichen.

Woher kenne ich meine Zielgruppe?

Ganz oft ist man selbst bereits die Zielgruppe. Man schreibt einen Roman, den man selbst gern lesen würde. Zack! Zielgruppe. In meinem Fall also Frauen zwischen 16 und 30 Jahren, habe ich mir grob überlegt. Frauen, die gern Fantasy lesen.

Manchmal ist man sich jedoch nicht ganz sicher. Dann gibt es nichts besseres, als sein Buch einfach mal Testlesern zu geben. Sucht euch möglichst unterschiedliche Testleser aus. Verschiedenes Alter und Geschlecht. Vielleser. Wenigleser. Leute, die euer Genre mögen und Leute, die es nicht tun. Dann lehnt ihr euch zurück und wartet auf die Rückmeldungen. Und Bumm! Das ist eure Zielgruppe. Diejenigen, die euer Buch mochten.

Fazit

Klar ist es gut, wenn man den Markt kennt. Noch besser, wenn man sein Buch und seine Zielgruppe kennt. Und am allerbesten ist es, wenn man seine Marketingstrategie genau danach ausrichtet.

Wie seht ihr das? Falls ihr ein Buch schreibt, kennt ihr eure Zielgruppe?

 

 

2 Gedanken zu “Wer soll das bloß lesen?

  1. Einspruch!
    Also zumindest zu diesem Satz: „Es bringt ja schließlich niemandem was, wenn ich eine super romantische Komödie für Frauen schreibe und dann Webung in Heimwektermagazinen mache ;-). “ – Hallo? Ich bin eine Frau, die ROMANTIK groß schreibt – und gleichzeitig bin in unserer Familie ich alleine es, die Heimwerkermagazine liest, streicht, tapeziert, Laminat verlegt, Regale baut, Schränke abbeizt und neu einlässt.
    Ansonsten ist das mit der Zielgruppe so eine Sache: Ich war mir ziemlich sicher, dass mein historischer Roman, der Fakten und eine Liebesgeschichte gleichberechtigt nebeneinander auftreten lässt, vor allem Frauen ansprechen müsste. Die ziemlich begeisterte Rückmeldung einiger männlicher Leser hat mich aber eines besseren belehrt. Klar gibt es auch den entgegengesetzten Fall, aber mit dem hatte ich ja gerechnet!
    Was interessanter ist: Nicht so sehr der Inhalt bestimmt, was den Lesern gefällt, sondern mehr noch der Stil.
    Du kannst dich eigentlich sehr glücklich schätzen, dass du Fantasy schreibst, denn im fantastischen Genre gibt es eine sehr große Bandbreite sowohl in Sachen Subgenre als auch was Erzählstil und -perspektiven anbelangt.
    Da sind die Verhältnisse im Bereich des historischen Romans doch deutlich übersichtlicher. Viele Leser tun sich mit der Ich-Perspektive schwer und noch mehr mit der Zeitform des Präsens.
    Fast ist man versucht, sich anstelle von ausgewiesenen Histo-Lesern dann Fantasy-Leser zu wünschen – aber die laufen mehrheitlich laut schreiend weg, wenn sie nur „historisch“ sehen.

    Also, es ist schwierig mit der Zielgruppe.
    Am Ende aller Tage muss man sich fragen, warum man schreibt.
    Tut man es, um von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden, dann sollte man das schreiben, was viele Menschen lesen wollen.
    Wenn man aber angefangen hat zu schreiben, weil man etwas lesen wollte, was es nicht oder nur in sehr, sehr begrenztem Umfang gibt – dann muss man eben dazu stehen, dass die eigene Zielgruppe eine eher übersichtliche Menge von Leuten umfasst.

    Ich wünsche dir viel Glück, und verliere nie die wichtigste Zielgruppe aus den Augen:
    Dich selbst.

    1. Hallo Katharina!

      ja, es ist schon erstaunlich, wie sehr man manchmal mit seiner eigenen Einschätzung auch daneben liegen kann.
      Ich habe gedacht, dass mein Buch zum Beispiel vor allem bei Frauen Anklang finden wird. Nachdem ich aber auch von den ersten Männern positive Rückmeldungen bekommen habe, weiß ich, dass auch das männliche Geschlecht meine Geschichte mag. Da wirst du wohl recht haben, es wird vermutlich eine Stil-Sache sein. Und eine Frage dessen, wie die Grundstimmung des Buches ist (aber ich schätze genau das hast du mit Stil gemeint). Also die Frage, ob man seine Geschichte eher action-lastig erzählt oder eher gefühlsbetont.

      Übrigens wusste ich gar nicht, dass das historische Genre so eingeschränkt ist. :-O Da bin ich froh, dass Fantasy so vielschichtig und individuell ist. 🙂

      Und du hast natürlich Recht: am Ende des Tages muss nur eine einzige Person mit dem Buch zufrieden sein. Nämlich, die, die es geschrieben hat. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Ina

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