Die 3 größten Fehler, die neue Autoren machen

Es gibt Fehler, die man in fast jedem ersten Manuskript findet. Fehler, die dich als unerfahrenen Autor entlarven können. Fehler, die ein ansonsten gutes Buch zu einem schlechten machen können. Fehler, die sich schnell finden und mit ein bisschen Arbeit beheben lassen.

Also, hier kommen meine Top 3 Fehler, die in fast jedem ersten Manuskript gefunden werden können und Tipps, wie man sie verhindern kann.

1. Die Story beginnt nicht im ersten Kapitel

Sehr viele Manuskripte beginnen gerne damit, erstmal mehrere Kapitel lang die Charaktere und die Ausgangssituation zu erläutern. Klar, kann ich verstehen, man hat sich den Kopf zerbrochen, um seine tollen, individuellen Charaktere zu erschaffen. Nun will man sie auch zeigen.

Warum das schlecht ist

Als Leser sitzt man vor dem Text und denkt immer nur: Ja, alles klar, wann gehts denn hier los? Die folgende Geschichte kann noch so toll sein, wenn man erst 20 Seiten Vorgeplänkel ertragen muss, ist die Leselust schnell weg.

Wie kann man das Problem lösen?

Da gibt es 2 Möglichkeiten:

  • Ihr beginnt eure Geschichte mit dem Ereignis, das sie ins Rollen bringt. Und damit meine ich natürlich nicht, dass das gleich im ersten Satz passieren muss. Innerhalb der ersten 5 Seiten aber schon.

 

  • Wenn ihr gern erst ausführlich die Vorgeschichte eurer Charaktere erklären wollt, weil sie wichtig ist, um euren Plot zu verstehen, dann macht es auf eine unerwartete Art. Wollt ihr zum Beispiel zeigen, dass alle Charaktere miteinander verwandt sind, sich aber nicht mögen, beginnt euer Buch mit einem richtig heftigen Streitgespräch bei einer Familienfeier. Auch wenn dieses vielleicht nichts mit eurem Hauptplot zu tun hat, ist so genug Interresantes auf den ersten Seiten, dass man als Leser weitermachen will. Show don’t tell, sagt man auch dazu.

2. Die Geschichte hat kein Ziel

Ehrlich, als Leser merkt man sofort, wenn der Autor sich nicht von Anfang an über das Ziel seiner Geschichte bewusst ist. Das Ende.

Warum das schlecht ist

Wenn der Autor nicht von Anfang an weiß, wo die Story hingeht, gibt es einen Haufen Szenen, die nicht zur Geschichte beitragen. Diese Szenen sind alle nett zu lesen und zeigen sicher auch interessante Situationen. Aber wenn eine Szene nicht da ist, um das Buch Richtung Ende zu bewegen oder die Charaktere näher zu beschreiben, dann fragt man sich nach dem Lesen dieser Szene: Wofür war das hier jetzt gut?

Wie kann man das Problem lösen?

  • Na klar, zum einen muss man das ungefähre Ende der Geschichte im Kopf haben, um abschätzen zu können, was zwischendurch passieren muss. Man muss es noch nicht ganz genau kennen, aber wenn ich weiß, dass die finale Schlacht in einem Schloss stattfindet, dann baue ich die Szenen davor so auf, dass die Charaktere immer mehr Richtung Schloss gehen.

 

  • Hinterher gehts ans Lesen. Und nach jeder einzelnen Szene muss man sich fragen: Was ist der Sinn dieser Szene? Bringt sie den Plot, Subplot oder die Charaktere voran? Nein? Dann muss sie weg. Hart, aber besser als den Leser mit nutzlosen Szenen zu langweilen.

3. Die Charaktere sind austauschbar

Kennt ihr das: In einem richtig guten Buch steht nicht hinter jeder wörtlichen Rede, hat XYZ gesagt. Wieso nicht? Weil es in einem richtig guten Buch auch so klar ist. In einem richtig guten Buch sind die Charaktere so unterschiedlich und so klar dargestellt, dass der Leser nur anhand eines Satzes erkennen kann, wer diesen gesprochen hat.

In einem schlechten Buch ist jeder Charakter wie der andere. Sie haben keinen Hintergrund, keine Vorgeschichte und keinen Charakter. Es wirkt fast, als wären sie erschaffen worden, um den Plot zu erleben und dann wieder zu verschwinden.

Warum das schlecht ist

Zum einen will ich als Leser mit den Charakteren mitfühlen! Ich will Angst um sie haben und mich mit ihnen freuen. Das geht aber nur, wenn jeder Charakter mir eigenständig ans Herz wächst. Und das geht nur, wenn jeder individuell ist.

Zum anderen leidet einfach die Qualität des Buches. Es lebt davon, dass die Charaktere eine eigene Dynamik entwickeln und die Geschichte eigenständig vorantreiben. Passiert dies nicht, dümpelt auch die Geschichte oft nur vor sich her.

Wie kann man das Problem lösen?

Karteikarten. Nehmt für jeden Hauptcharakter eine Karteikarte zur Hand und schreibt auf die Vorderseite alles, was diesen Charakter JETZT ausmacht. Wie sieht er aus? Wie ist er so? Was ist seine Motivation? Was macht er gern und was ungern? Wie ist seine Beziehung zu den anderen Charakteren?

Auf die Rückseite schreibt ihr die Vorgeschichte des Charakters. Wo kommt er her? Wieso ist er so, wie er ist?

Keine Sorge, dies macht ihr nur für die wichtigsten Charaktere. Aber wenn ihr einen Hauptcharakter habt und ihr könnt nicht alle obigen Fragen beantworten, denkt lieber nochmal über euren Charakter nach.

Mehr Tipps zu Charakteren findet ihr übrigens hier.

So, das hier sind die 3 größten Fehler, die einen unerfahrenen Autoren entlarven können.

Kommt euch etwas davon bekannt vor? Habt ihr andere „größte Fehler“, die ich vergessen habe? Erzählt’s mir!

 

 

 

 

 

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